Beweissicherung am Bau – Schäden fachgerecht dokumentieren

Beweissicherung durch Sachverständige


Eine fachgerechte Beweissicherung dokumentiert den Zustand eines Gebäudes nachvollziehbar und möglichst eindeutig. Sie schafft eine belastbare Grundlage, wenn später Schäden auftreten, Verantwortlichkeiten geklärt oder Ansprüche geprüft werden müssen.

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Sachverständige Dokumentation eines Risses an einer Bestandsfassade bei einer Beweissicherung

Was ist eine Beweissicherung?


Bei einer Beweissicherung wird der vorhandene Zustand eines Gebäudes oder einzelner Bauteile systematisch erfasst und dokumentiert. Sichtbare Schäden und Auffälligkeiten werden beschrieben, fotografisch festgehalten und bei Bedarf vermessen. So lässt sich später nachvollziehen, welche Schäden bereits vorhanden waren und welche möglicherweise erst nach einer Baumaßnahme oder einem anderen Ereignis entstanden sind.


Typische Anlässe für eine Beweissicherung

Eine Beweissicherung ist besonders sinnvoll, wenn Veränderungen oder Schäden am Gebäude zu erwarten sind oder bereits unterschiedliche Auffassungen über deren Ursache bestehen.


1. Baumaßnahmen auf dem Nachbargrundstück

Aushubarbeiten, Baugruben, Verdichtungsarbeiten oder schwere Baumaschinen können Auswirkungen auf benachbarte Gebäude haben. Eine Zustandsdokumentation vor Baubeginn erleichtert spätere Vergleiche.


2. Abbrucharbeiten

Beim Abbruch angrenzender oder nahe gelegener Gebäude können Erschütterungen und Veränderungen an bestehenden Bauteilen auftreten. Vorhandene Risse und andere Auffälligkeiten sollten deshalb vor Beginn dokumentiert werden.


3. Tiefbau- und Straßenbauarbeiten

Erdarbeiten, Kanalbau, Straßenbau oder Leitungsverlegungen können den Baugrund und angrenzende Gebäude beeinflussen. Besonders bei älteren Gebäuden kann eine vorherige Beweissicherung sinnvoll sein.


4. Umbau und Sanierung

Bei umfangreichen Umbauten, Modernisierungen oder Sanierungsarbeiten empfiehlt sich eine Dokumentation des Ausgangszustands. Das gilt insbesondere bei Arbeiten an gemeinschaftlichen oder angrenzenden Bauteilen.


5. Bereits eingetretene Gebäudeschäden

Sind Risse, Feuchtigkeit oder andere Schäden vorhanden, kann eine sachverständige Dokumentation erforderlich sein, bevor Reparaturen oder Veränderungen vorgenommen werden.


6. Streit über Baumängel oder Schäden

Bei Auseinandersetzungen zwischen Bauherren, Eigentümern, Unternehmen, Versicherungen oder anderen Beteiligten hilft eine nachvollziehbare Dokumentation, den tatsächlichen Zustand fachlich festzuhalten.

Welche Schäden werden bei einer Beweissicherung dokumentiert?


Erfasst werden vorhandene Schäden und Auffälligkeiten, die für einen späteren Vergleich oder eine fachliche Bewertung relevant sein können.

1. Risse

Risse in Fassaden, Innenwänden, Decken, Mauerwerk oder Beton werden hinsichtlich Lage, Verlauf und sichtbarer Ausprägung dokumentiert.

Dokumentation eines Risses im Rahmen einer Beweissicherung

2. Putz- und Fassadenschäden

Abplatzungen, Fehlstellen, Verformungen und bereits vorhandene Beschädigungen an Fassaden und Oberflächen werden festgehalten.

Putz- und Fassadenschäden an einem Bestandsgebäude

3. Feuchtigkeitsschäden

Feuchte Stellen, Verfärbungen, Ausblühungen oder andere Hinweise auf Feuchtigkeit können Bestandteil der Zustandsaufnahme sein.

Feuchtigkeitsschaden an einer Innenwand im Rahmen einer Beweissicherung

4. Schäden an Boden- und Wandbelägen

Beschädigungen an Fliesen, Naturstein, Estrich, Bodenbelägen und Wandoberflächen werden fotografisch und schriftlich dokumentiert.

Schäden an Wand- und Bodenbelägen bei einer Beweissicherung

5. Verformungen und Bauteilbewegungen

Sichtbare Verformungen, Setzungserscheinungen oder Verschiebungen können für die spätere Beurteilung von Veränderungen relevant sein.

Beweissicherung bei Tiefbauarbeiten vor bestehenden Gebäuden

6. Schäden an angrenzenden Bauteilen

Bei Bauarbeiten werden insbesondere die Bereiche betrachtet, die unmittelbar an die geplante Maßnahme angrenzen oder durch Erschütterungen und Bauarbeiten beeinflusst werden könnten.

Beweissicherung vor Abbrucharbeiten an angrenzender Bebauung

Wann sollte eine Beweissicherung durchgeführt werden?



Ein Sachverständiger sollte möglichst vor einer Veränderung des bestehenden Zustands hinzugezogen werden. Besonders sinnvoll ist eine Beweissicherung:

  • vor Abbruch-, Erd-, Tiefbau- oder größeren Baumaßnahmen,
  • bei Arbeiten unmittelbar neben bestehenden Gebäuden,
  • bei bereits vorhandenen Rissen oder anderen Gebäudeschäden,
  • vor Sanierungs- oder Reparaturmaßnahmen bei strittiger Schadensursache,
  • wenn eine nachvollziehbare Dokumentation für Versicherungen, Rechtsanwälte oder andere Beteiligte benötigt wird.


Wir führen Beweissicherungen für Gebäude und Bauvorhaben in Hannover und der Region sowie in Niedersachsen durch.

Wie läuft eine Begutachtung ab?



Beweissicherung an Reihenhäusern aufgrund von Tiefbauarbeiten in der Straße
Zustandsdokumentation vor und während einer Gebäudesanierung

1. Unterlagen und Aufgabenstellung klären

Zunächst werden Anlass, Umfang und Ziel der Beweissicherung festgelegt. Vorhandene Pläne, Schadensmeldungen oder weitere Unterlagen können dabei berücksichtigt werden.


2. Ortstermin und Zustandsaufnahme

Das Gebäude und die relevanten Bereiche werden vor Ort systematisch besichtigt. Vorhandene Schäden, Risse und Auffälligkeiten werden aufgenommen.


3. Dokumentation

Der festgestellte Zustand wird durch Fotografien und schriftliche Beschreibungen dokumentiert. Je nach Aufgabenstellung können ergänzende Messungen oder eine genauere Erfassung einzelner Schäden sinnvoll sein.



4. Bericht oder gutachterliche Stellungnahme

Die Ergebnisse werden nachvollziehbar zusammengestellt. Umfang und Form der Dokumentation richten sich nach dem jeweiligen Zweck der Beweissicherung.

Je nach Aufgabenstellung erhalten Sie eine strukturierte Fotodokumentation, eine Zustandsdokumentation oder eine gutachterliche Stellungnahme.

Häufig gestellte Fragen

  • Wann sollte die Beweissicherung durchgeführt werden?

Bei geplanten Bau-, Abbruch- oder Tiefbauarbeiten möglichst vor Beginn der Arbeiten. Nur dann lässt sich der ursprüngliche Gebäudezustand zuverlässig dokumentieren.


  • Wer kann eine Beweissicherung beauftragen?

Auftraggeber können unter anderem private Bauherren, Eigentümer, Wohnungseigentümer, Vermieter, Unternehmen, Versicherungen und Rechtsanwälte sein.


  • Welche Bereiche eines Gebäudes werden dokumentiert?

Das richtet sich nach der konkreten Aufgabenstellung. Dokumentiert werden beispielsweise Fassaden, Innenräume, Keller, Außenanlagen oder besonders gefährdete Bauteile.


  • Kann eine Beweissicherung später bei einem Streit hilfreich sein?

Ja. Eine fachgerechte Zustandsdokumentation kann eine wichtige Grundlage für die spätere technische und rechtliche Bewertung sein. Ob und welche Beweiskraft sie in einem konkreten Verfahren besitzt, hängt jedoch vom Einzelfall ab.


  • Führen Sie Beweissicherungen auch außerhalb von Hannover durch?

Ja. Wir führen Beweissicherungen in Hannover und Region sowie in weiteren Teilen Niedersachsens durch. Der mögliche Einsatzbereich wird abhängig von Art und Umfang des Auftrags abgestimmt.

Beweissicherung für Ihr Gebäude


Sie planen eine Baumaßnahme, möchten den Zustand eines Nachbargebäudes dokumentieren oder benötigen eine fachliche Bestandsaufnahme bei bereits vorhandenen Schäden?


Wir unterstützen private Auftraggeber, Unternehmen, Versicherungen und Rechtsanwälte bei der sachverständigen Dokumentation von Gebäuden und Schäden.

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